Was ist Parkinson?

Die Parkinson Syndrome sind keine neuartigen Erkrankungen. Sie wurden bereits in der Antike beschrieben. Ihren Namen verdanken sie dem englischen Arzt und Apotheker James Parkinson, der 1817 erstmals einen umfassenden Aufsatz zum Krankheitsbild schrieb, in dem er den Namen Schüttellähmung (engl.; shaking palsy) prägte.

Parkinson Syndrome sind schleichend beginnende und fortschreitende Krankheiten, die v.a. zu Bewegungsstörungen führen. Es handelt sich dabei um sog. neurodegenerative Erkrankungen des zentralen Nervensystems, bei denen u. a. durch einen Mangel des Botenstoffes Dopamin die Weitergabe der Informationen von Nervenzelle zu Nervenzelle gestört ist.

Welche Symptome treten auf?

Folgende Merkmale gelten als Haupt- oder Leitsymptome:

  • Bewegungsverlangsamung (Bradykinese, Hypokinese, Akinese)
  • Muskelsteife (Rigor)
  • Zittern in Ruhe (Ruhetremor)
  • Haltungsinstabilität mit Sturzneigung (posturale Instabilität)

In einem sehr frühen Krankheitsstadium, meist vor Auftreten der Bewegungsstörungen, werden auch mitunter folgende Anzeichen berichtet:

  • Beeinträchtigung des Riechvermögens (Hyposmie)
  • Verdauungsstörungen (unregelmäßiger Stuhlgang, chronische Verstopfung)
  • Lebhafte Träume begleitet von komplexen Bewegungen (REM-Schlaf-Verhaltensstörung)
  • Depressive Stimmung
  • Undefinierte Schmerzen (im Muskel und Skelettsystem)

Welche Arten von Parkinson Syndromen gibt es?

Parkinson Syndrom ist der Oberbegriff für eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen die oben beschriebenen Leitsymptome auftreten können. Zur Gruppe der Parkinson Syndrome zählen folgende Krankheiten:

Parkinson Krankheit
Die Parkinson Krankheit, auch als idiopathisches Parkinson Syndrom (IPS) oder Morbus Parkinson bezeichnet, ist mit einer Häufigkeit von etwa 75-80 % das häufigste Parkinson Syndrom.

Der Unterschied zu anderen Parkinson Syndromen besteht darin, dass bei der klassischen Parkinson Erkrankung die Leitsymptome ohne weitere atypische Begleitsymptome im Vordergrund stehen und gut auf die Dopaminersatztherapie (z.B. mit Levodopa) ansprechen. Eindeutige Ursachen und Auslöser sind bislang nur in Ansätzen bekannt.

Atypische Parkinson Syndrome
Die atypischen Parkinson Syndrome beruhen auf anderen neurodegenerativen Erkrankungen und machen einen Anteil von ca. 20% an den Parkinson Syndromen aus. Im Gegensatz zum Morbus Parkinson sind bei diesen atypischen Syndromen ausgedehntere Hirnareale betroffen (u.a. Kleinhirn, vegetatives Nervensystem). Sie führen daher zu Symptomen, die über die o.g. Leitsymptome hinausgehen.

Die Symptome verbessern sich kaum unter der Gabe von Levodopa und bedürfen daher einer spezifischeren Behandlung. Atypische Parkinson Syndrome sind u.a.:

  • Progressive Supranukleäre Blickparese (PSP)
  • Corticobasale Degeneration (CBD)
  • Multisystematrophie (MSA)
  • Demenz mit Lewy Körperchen (DLB)

Familiäre Parkinson Syndrome
Bei familiär gehäuften Parkinson Syndromen ist in einigen Fällen ist eine Veränderung des Erbguts als Ursache durch genetische Testung nachweisbar. Hier sollte die Frage nach eventueller Vererbbarkeit an die Nachkommen geklärt werden.

Symptomatische Parkinson Syndrome
Bei einem geringen Teil der Parkinson Syndrome ist die Ursache eindeutig bekannt. Diese werden als symptomatische Parkinson Syndrome bezeichnet. Hier lässt sich mitunter eine Besserung der Symptome durch eine spezifische Beseitigung der Ursache erzielen. Eine Auswahl der wichtigsten symptomatischen Parkinson Syndrome ist im Folgenden aufgeführt:

  • Durch Medikamente (z.B. Neuroleptika) verursachtes Parkinson Syndrom
  • Durch Schäden an Blutgefäßen verursachtes Parkinson Syndrom
  • Durch Hirnentzündung verursachtes Parkinson Syndrom
  • Durch Schadstoffe (z.B. Mangan, Kohlenmonoxid, MPTP) verursachtes Parkinson Syndrom
  • Durch wiederholte Gewalteinwirkung (z.B. Boxer) verursachtes Parkinson Syndrom
  • Normaldruckhydrozephalus
  • Wilson Krankheit
  • Gehirntumor

Was sind die Ursachen?

Anders als bei genetischen und symptomatischen Parkinson Syndromen, sind die Ursachen der Parkinson Krankheit und der atypischen Parkinson Syndrome erst in Ansätzen bekannt.

Ein genetisch bedingtes Risikoprofil trägt bei manchen Parkinson Syndromen eindeutig zur Entstehung bei. Daneben werden aber auch Risikofaktoren aus unserer Umwelt, beispielsweise Pestizide, Schwermetalle oder Pflanzeninhaltsstoffe diskutiert.